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Richtig versichert: das ganze Jahr

Die Meinung der meisten Menschen ist, Arbeitslosengeld erhalten sie, wenn sie mindestens ein Jahr oder 360 Tage eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit hatten. Diese Meinung ist falsch. Sie müssen die Anwartschaft auf den Anspruch für Arbeitslosengeld auch erfüllt haben. Diese besagt, der Arbeitnehmer muss in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosigkeit mindestens sechs Monate einer sozialversicherungspflichten Tätigkeit nachgegangen sein und sein Arbeitgeber hat während dieser Zeit die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung bezahlt. Diese sechs Monate müssen reichen für eine kurze Anwartschaft aus.

Arbeitsplätze sind nicht mehr sicher

Jeder weiß, heute ist kein Arbeitsplatz sicher. In früheren Jahren war es klar, in dem Betrieb, in welchem man seine Ausbildung machte, bleibt man bis zum Rentenalter. Das ist seit vielen Jahren nicht mehr möglich. Firmen melden Insolvenz oder Konkurs an oder werden verkauft. Mit jedem Verkauf einer Firma kommt es zu einer Umstrukturierung, in der es hauptsächlich um den Abbau von Personal geht. Gerne umgehen Unternehmen betriebliche Kündigungen und bieten stattdessen ihren Mitarbeitern Auflösungsverträge mit Abfindungen an.

Portrait of a two smiling woman reading book together in university library

 

Vorsorge

Arbeitnehmer, die für diesen Fall Vorsorge treffen wollen, schließen eine private Arbeitslosenversicherung ab. Diese Versicherung schließt die Versorgungslücke entweder teilweise oder ganz, je nach vertraglich vereinbartem Betrag. Arbeitnehmer, die das 50. Lebensjahr nicht erreicht haben, erhalten nur für die Dauer von zwölf Monate Arbeitslosengeld I. Es ist aber eine Tatsache, dass Arbeitnehmer, die sich dem 50. Lebensjahr nähern, kaum noch eine Chance haben, einen Arbeitsplatz zu finden. Diese Chance gibt es zwar noch, doch relativ selten und auch nur dann, wenn der Arbeitnehmer Qualifikationen aufweisen kann, die ein Unternehmen gerade braucht. Meist haben Arbeitnehmer unter 50 Jahren eine Familie. Kinder, die auf eine weiterführende Schule gehen und studieren wollen und einen Partner, der sich ausschließlich um den Haushalt kümmert. Werden solche Arbeitnehmer arbeitslos, klafft zwischen ihrem einstigen Nettoeinkommen und den Leistungen von Arbeitslosengeld I eine finanzielle Lücke von 33 Prozent. Problematisch wird in solchen Fällen, wenn für die eigene Immobilie noch Hypothekenzahlungen fällig sind.

Lücke des Beitrages

Die private Arbeitslosenversicherung schließt diese Lücke mit dem Betrag, welche die Vertragspartner vertraglich vereinbart haben. Die Leistungen der privaten Arbeitslosenversicherung kommen zusätzlich zu den Leistungen, welche die Arbeitsagentur übernimmt.

ALG

Eine andere Form der privaten Arbeitslosenversicherung ist der Arbeitnehmerschutzbrief. Dieser schließt die Lücke zwischen dem ursprünglichen Nettoeinkommen und dem Arbeitslosengeld I. Darüberhinaus sichert der Arbeitnehmerschutzbrief die monatlichen Zahlungsverpflichtungen ab, die aus Versicherungsverträgen, Dienstleistungs- oder Kaufverträgen resultieren. Diese Absicherung erstreckt sich nicht auf die Kosten für Wohnung, Strom, Heizung oder Kommunikation sowie dem Lebensunterhalt. Der Arbeitnehmerschutzbrief ist keine private Arbeitslosenversicherung, sondern leistet nur die Zahlungen, zu denen der Arbeitslosen aufgrund der genannten Verträge verpflichtet ist. Kurz gesagt deckt der Arbeitnehmerschutzbrief die Kosten für die notwendigen Versicherungen sowie die Raten für Dienstleistungs- und Kaufverträge ab.

ALV

Im Gegensatz dazu schließt die private Arbeitslosenversicherung die finanzielle Lücke, die zwischen dem Nettogehalt und dem Arbeitslosengeld I oder Hartz IV entsteht, indem sie an den Versicherten den vertraglich vereinbarten Betrag überweist. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich vor Abschluss einer privaten Arbeitslosenversicherung umfassend beraten zu lassen.

ALG II und die ALG I – Wann gibt es das?

Bei der privaten Arbeitslosenversicherung, oft auch Arbeitnehmerschutzbrief genannt, handelt es sich um eine Absicherung gegen Arbeitslosigkeit. Die private Arbeitslosenversicherung leistet in den Fällen, in denen auch die Arbeitsagentur die Leistung aufnimmt. Die Versicherung ist wirkungslos, wenn der Arbeitnehmer seine Arbeitslosigkeit durch sein Verhalten selbst verschuldet.

Kontoauszge

Arbeitslosigkeit

Mit einer privaten Arbeitslosenversicherung sichern sich Arbeitnehmer vor finanziellen Schwierigkeiten ab, die aufgrund einer unverschuldeten Arbeitslosigkeit entstehen. Arbeitnehmer, die monatlich gut verdient haben, erhalten bei Arbeitslosengelt I lediglich 60 Prozent des letzten Jahreseinkommens; sind im Haushalt Kinder vorhanden, erhöht sich der Prozentsatz auf 67 Prozent. Es klafft eine finanzielle Lücke von mindestens 33 Prozent, die finanzielle Probleme und Nachteile zur Folge hat. Findet der Arbeitslose nach Ende von Arbeitslosengeld I keine Arbeit, steht ihm Arbeitslosengeld II, besser unter Hartz IV bekannt, zu. Damit verringert sich das Einkommen nochmals und es ist fast unmöglich, den aktuellen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Diese Versorgungslücke schließt oder reduziert die private Arbeitslosenversicherung, je nachdem welcher monatliche Betrag vertraglich vereinbart wurde.

Brot und Arbeit

Der Arbeitnehmer schließt eine private Arbeitslosenversicherung ab, während er noch in “Brot und Arbeit” steht. Die monatlichen Beiträge, welche für diese Versicherung anfallen, kann der Arbeitnehmer bei seiner Einkommensteuererklärung als Versorgungsaufwendungen in Abzug bringen. Damit wird sein steuerlich anzusetzendes Einkommen reduziert und er spart Steuern.

ALG I

Wer jahrelang gut verdient hat, arbeitslos wird und nur ein Jahr Arbeitslosengeld I erhält, weil er noch keine 58 Jahre alt ist, muss sich, wenn er nur Arbeitslosengeld I erhält, finanziell stark einschränken. Die 60 Prozent oder 67 Prozent, welche für das Arbeitslosengelt I infrage kommen, werden vom Bruttoeinkommen, abzüglich der Abzüge für Lohnsteuer und Sozialversicherung berechnet. Die Arbeitsagentur errechnet ein pauschaliertes Nettogehalt und von diesem werden 60 bzw. 67 Prozent an Arbeitslosengeld bezahlt. Für den Arbeitslosen bedeutet dies, er erhält etwas mehr als die Hälfte seines ursprünglichen Entgelts vom Arbeitsamt als Arbeitslosengeld I. Das ist nicht viel, wenn man Miete, Strom und Telekommunikation bezahlen und eine Familie verhalten muss.

Sozialhilfe

Beim Arbeitslosengeld II wird das Einkommen nicht berücksichtigt. Hartz IV orientiert sich an die “Sozialhilfe” und leistet für den Familienvater einen festen Betrag. Feste Beträge erhalten auch die Ehefrau, sofern sie nicht arbeitet, und die Kinder. Die Warmmiete wird nicht vollständig übernommen, sondern nur zu einem gewissen Teil. Die Kosten für Strom und Telefon gehen zu Lasten des Empfängers von Hartz IV. Mit den Leistungen, welche das Jobcenter im Rahmen von Arbeitslosengeld II übernimmt, kommt man nur schlecht über die Runden. Es lohnt sich in jedem Fall, eine private Arbeitslosenversicherung abzuschließen, solange man noch einen Arbeitsplatz hat.

Die richtige Absicherung für Selbständige

Heute ist es möglich, sich gegen alles, was einem in seinem Leben widerfahren kann, zu versichern. Das gilt auch für eine eventuelle Arbeitslosigkeit. Bis Februar 2006 waren ausschließlich Arbeitnehmer, die einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgingen und deren Arbeitgeber die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung abführte, versichert. Seit 2006 ist es auch freiberuflich Tätigen und Selbständigen möglich, sich privat gegen Arbeitslosigkeit abzusichern.

Ernste Frau mit Brille

Weiterversicherung

Die private Arbeitslosigkeitsversicherung ist nicht zu verwechseln mit der freiwilligen Weiterversicherung gegen Arbeitslosigkeit, welche von der Arbeitsagentur angeboten wird. Hier können sich lediglich Selbständige, Freiberufler sowie Pflegepersonen und Auslandsbeschäftigte versichern. Allerdings gibt es bestimmte Voraussetzungen, die sie zu erfüllen haben. So müssen Selbständige und Freiberufler mindestens eine wöchentliche Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden haben, Pflegepersonen, die ihre Angehörigen pflegen mindestens 14 Wochenstunden. Bei Auslandsbeschäftigen ist eine Weiterversicherung gegen Arbeitslosigkeit nur möglich, wenn außerhalb der Europäischen Union oder assoziierten Staaten ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen.

ALV

Anders verhält es sich mit der privaten Arbeitslosenversicherung, die auch für Arbeitnehmer offen steht. Bei dieser Versicherung geht es hauptsächlich um die Aufstockung zum Arbeitslosengeld I, das bei etwa 60 Prozent der letzten zwölf Bruttogehälter berechnet wird. Arbeitslose, in deren Haushalt ein Kind lebt, erhalten 67 Prozent des letzten Jahreseinkommens.

Anspruch

Auch besteht der Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht dauerhaft, sondern errechnet sich nach der Versicherungspflicht der letzten fünf Jahre vor der Arbeitslosigkeit. Arbeitnehmer, die vor ihrem 50. Lebensjahr arbeitslos werden, erhalten Arbeitslosengeld I für höchstens zwölf Monate, sofern sie in den letzten fünf Jahren mindestens zwei Jahre versicherungspflichtig tätig waren. Wer das 58. Lebensjahr vollendet hat, mindestens 48 Monate in den letzten fünf Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt war und der Arbeitgeber die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abgeführt hat, erhält für höchstens 24 Monate Arbeitslosengeld I.

ALG I

Wie unschwer zu erkennen ist, leistet die Arbeitsagentur nur für einen bestimmten Zeitraum. Jeder weiß, wie schnell ein Jahr oder zwei Jahre vorübergehen, besonders dann, wenn man sich die Finger mit Bewerbungen wundschreibt und immer nur Absagen erhält. Während des Bezugs von Arbeitslosengeld I sinkt das Nettoeinkommen der Familie. Wer mit einer privaten Arbeitslosenversicherung der Arbeitslosigkeit vorsorgt, ist finanzielle bedeutend besser dran. Vertraglich regeln sie die Höhe des monatlichen Zuschusses aus der privaten Arbeitslosenversicherung. Diese leistet sobald sich der Versicherungsnehmer bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet hat und dies seiner Versicherung nachweisen kann. Die private Arbeitslosenversicherung leistet ab dem Zeitpunkt, ab dem auch die Arbeitsagentur ihre Leistung aufnimmt, den vereinbarten Betrag.

Arbeitnehmerschutzbrief

Schließt der Arbeitnehmer einen Arbeitnehmerschutzbrief ab, übernimmt dieser bis zu 1.000 Euro monatlich die Kosten für Versicherungen und Ratenkäufen.

Welche Vorteile eine private Arbeitslosenversicherung bietet

Die Vielfalt an Sparten und Tarifen im modernen Versicherungswesen ist groß, viele Bürger haben daher Schwierigkeiten, die einzelnen Vorteile eines bestimmten Tarifs für sich zu erkennen. Genau dies gilt auch für viele Erwerbstätige, die sich zwar Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, die Vorteile einer privaten Absicherung durch eine Arbeitslosenversicherung für sich noch nicht erkannt haben.